2025 – Jahr der Kirchenmusik

[02.01.2025]

Manches sagt sich singend leichter. Fragen Sie einmal die alten Herrschaften in unseren Gemeinden, woher sie ihre tiefverankerte Frömmigkeit haben. Wie oft hören wir die Antwort: „Wir haben in unserer Kindheit viel gesungen.“ „Geh aus mein Herz und suche Freud“; – oder: „so sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn“; – oder: „He’s got the whole world in his hands“; – oder: „aus tiefer Not schrei ich zu dir“. Wann hätten wir gelernt, so zu sprechen? Auf welche Weise hätte diese Sprache ihren Weg in unser Innerstes gefunden – wenn nicht auf gesungenem Wege? Was wäre unser Glaube, ohne diese Sprache?

Musik ist Verkündigung – oft eindringlicher als das gesprochene Wort. Musik ist Gemeindeaufbau – oft ungekünstelter als manches Gruppenspiel. Musik ist Seelsorge – oft wohltuend heilsam, wenn Worte versagen oder das Gedächtnis nachlässt. Musik ist Pädagogik – als Lernhilfe oder methodische Vertiefung. Musik ist generationenübergreifend – uralt und hochmodern. Musik ist es wert, professionell gefördert zu werden.

Das „Jahr der Kirchenmusik“ möchte zu Bewusstsein bringen, was wir in unserer Kirche für stärkende Ressourcen haben: Wir haben unsere Kantorinnen und Kantoren, deren Tätigkeit vielleicht zu wenig bekannt ist. Wir haben unglaublich viele Musizierende, deren Beitrag ruhig einmal im Mittelpunkt stehen darf. Wir haben eine Vielzahl an Stilrichtungen und Milieus. Und wir haben tolle Instrumente – von der Orgel bis zur Cajón. Lasst uns miteinander das „Jahr der Kirchenmusik“ zu einem Jahr der großen Vernetzung machen. Wir wollen:
– die Vielfalt musikalischer Möglichkeiten aufzeigen und stärken
– Musizierende fördern und unterstützen
– den musikalischen Horizont in alle Richtungen weiten – in der echten Welt und im digitalen Raum
– Best-Practice-Modelle teilen und miteinander alle Kanäle öffnen, um das Evangelium zum Klingen zu bringen

Friederike von Krosigk

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