Weihnachten wird unterm Baum entschieden

„Weihnachten wird unterm Baum entschieden!“ – mit diesem Slogan warb im vergangenen Advent eine große Kaufhauskette für ihre Produkte. Gemeint war natürlich, dass es auf die richtigen Geschenke ankomme, die unterm Christbaum liegen. Für viele, gerade für Kinder, sind die Geschenke ganz wichtig an diesem Fest, das sich immer mehr zu einem seines Inhaltes beraubten Geschenkfest entwickelt – mit Einkaufsstress in den Tagen davor und einer Umtauschtour in den Tagen danach.

Unter unserem Christbaum steht eine Krippe! Es ist der kleine Stall mit den Figuren meiner Kindertage, die ich mitgenommen habe: Maria und Josef mit dem Jesuskind, Ochs, Esel und Schafe, die Hirten und in der Entfernung unterm Baum sind schon die Sterndeuter zu sehen.

Die Krippe unterm Christbaum erinnert mich an das, worum es beim Weihnachtsfest eigentlich geht.

Eine Familie in ärmlichen Verhältnissen und in einer schwierigen Situation, die dennoch Gottes Fürsorge und Begleitung erfährt – so wie Familien es sich auch heute erhoffen.

Menschen am Rande der Gesellschaft wie die Hirten, die auf einmal im Mittelpunkt stehen, die würdig sind, Gottes Engel zu hören und zu sehen – so wie es diskriminierte und arme Menschen heute hoffen, dass sie von Gott und anderen Menschen wahrgenommen und geachtet werden.

In der Botschaft der Engel die Zusage von Frieden, Glück und Geborgenheit – wonach sich unsere Welt bis heute sehnt, gerade in der adventlich-weihnachtlichen Zeit.

Das Wunder der Geburt eines Kindes – auch heute für viele Menschen ein ganz großes Glück und ein Geschenk.

Und dann die Glaubensgewissheit: in diesem einen Kind Jesus, damals in Bethlehm, ist Gott in besonderer Weise anwesend. Es ist nicht nur Abbild Gottes so wie jeder Mensch, sondern in ihm ist Gott selbst Mensch geworden.

Dieser Jesus – er wird den Menschen zeigen und vorleben, wie Gott ist: Ein Gott, der auf der Seite der Armen und Ausgegrenzten, der zu kurz Gekommenen und Benachteiligten, der Traurigen und Problem Beladenen, der Kranken und Sterbenden steht. Ein Gott, der will, dass allen Menschen geholfen wird und dass das Vertrauen auf einen gütigen Gott ihnen ein möglichst glückliches und Sinn erfülltes Leben schenkt.

Dass ihr auf solch einen Gott vertrauen könnt, dass Weihnachten euch wieder an diese Geschichte erinnert und euch in der Gewissheit stärkt, dieser Mensch gewordene Gott will auch euch mit seiner Liebe umhüllen und auf eurem Weg begleiten – das wünsche ich euch von ganzem Herzen!

Dann stimmt für mich der Satz wirklich: Weihnachten wird unterm Christbaum entschieden!

Euer Pfarrer Peter Gabriel