März 2018

[2018-02-27]

Alle Jahre wieder: Weihnachten ist vorbei und nun blicken wir langsam auf die Osterzeit, wie jedes Jahr. Es ist ein Fest, das wir jedes Jahr feiern. Ich mochte als Kind Ostern immer ein kleines bisschen lieber als Weihnachten. Gerade die Aufregung, alles erst einmal finden zu müssen, fand ich besonders toll. Das Suchen hat zwar in seinem Ursprung nichts mit dem Christentum zu tun, doch finde ich die Idee passend: Das Geschenk, das uns zuteilwurde, wird erst am Ostersonntag wirklich entdeckt.

„Gott wurde Mensch, in Jesus Christus“, das Geschenk, welches uns zu Weihnachten gemacht wurde, könnte größer nicht sein. „Gott wurde Mensch, in Jesus Christus“, wie sehr der Inhalt dieser Botschaft die Welt verändert, erschließt sich nicht allein in der Weihnachtszeit. Gott schenkt uns seinen Sohn. Doch erst die Passionsund Osterzeit zeigt uns, welche Ausmaße Gottes Liebe annimmt: Christus wurde Mensch, mit allen Konsequenzen, die dieses Dasein hatte. Im Kreuz, im Sterben Jesu, findet die Menschwerdung Gottes ihren Höhepunkt. Dieser Tod war notwendig.

Der Tod ist ein einschneidendes Erlebnis. Das mussten auch die Jünger Jesu erkennen, als ihr geliebter Wegbegleiter nicht mehr bei ihnen war. Doch wissen wir bereits, was die Jünger erst später erfahren haben: Der Tod Jesu ist nicht das Ende. Die Botschaft des Evangeliums hört nicht mit der Unüberwindbarkeit des Sterbens auf: „Am dritten Tage auferstanden von den Toten“. Als Christinnen und Christen dürfen wir darauf vertrauen, dass der Tod nicht das Ende ist. Und wie groß die Wirkung dieses Tages ist, zeigt sich jede Woche aufs Neue, denn dass wir unsere Gottesdienste am Sonntag feiern, ist kein Zufall. Jeden Sonntag aufs Neue feiern wir die Auferstehung Christi im sonntäglichen Gottesdienst. Wahlen sind das Thema dieses Gemeindebriefes. Doch zu Ostern dürfen wir bereits eine gewonnene Wahl feiern: Wir wurden alle gewählt, von Gott. In Christus hat er uns deutlich gemacht, dass er sich für die Menschen entschieden hat. Dieses einmalige Ereignis wird jedes Jahr gefeiert, weil wir in der Gewissheit sein dürfen, dass diese Zusage nicht nur den Menschen damals galt, sondern auch uns heute.

Karfreitag und Ostersonntag sind unsere bedeutsamsten Feiertage. Tod und Auferstehung Jesu Christi machen noch einmal deutlich, was das Evangelium uns meditation meditation zeigen möchte: „Gott wurde Mensch, in Jesus Christus“, nicht „irgendwie“ oder „ein bisschen“, sondern ganz. Er, der Berge versetzen könnte, wird schwach, um uns zu stärken. Er, der ewig ist, wird sterblich, um uns den Weg zum ewigen Leben zu zeigen.

Alle Jahre wieder: Weihnachten ist vorbei und nun blicken wir langsam auf die Osterzeit, wie jedes Jahr. Ich finde, gerade in diesem „wie jedes Jahr“ liegt der Grund zur Freude. Wir dürfen, nach wie vor, dieses Ereignis feiern! Doch anders, als die Geschenke, die an diesem Tag versteckt und gesucht werden müssen, brauchen wir uns nicht auf die Suche nach Gottes Liebe machen. An diesen Tagen dürfen wir uns, ganz besonders, dieser Liebe bewusst sein und sie anderen bewusst machen. Ich wünsche euch allen ein gesegnetes Osterfest und viel Zeit mit euren Lieben.

Euer Vikar Jörg Kreil

Der Gemeindebrief als Online-Version (pdf)

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