Nun sag ́, wie hast Du ́s mit dem Glauben?


Ich FEIERE ihn
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Gedanken von Susanne Zippenfenig

Feiern ist Freude pur. Feiern ist Ausdruck von Lebensfreude. Feiern ist mit tollen Menschen zusammen zu sein. Feiern ist lustig. Feiern ist dazuzugehören. Soweitdie Stimmen einiger unserer Konfirmandinnen und Mitarbeiterinnen, als ich siegefragt habe, was das denn für SIE bedeute – „den Glauben feiern“.

Woran denke ich als Gemeindepädagogin bei „den Glauben feiern“?

  • Ich denke an sehr berührende Szenen in vielen Geheimnisfest-Gottesdiensten: Eltern und Kinder feiern sich, feiern ihre Liebe zueinander, Eltern bekennen sich zu ihren Kindern, so, wie Gott sich zu uns bekennt in der Taufe. Unser Leben sei ein Fest …
  • Ich denke an Eltern, die rückmelden, wie wichtig und schön die „großen Glaubensfeste“ unserer Pfarrgemeinde – Geheimnisfest und Konfirmation –
    für sie und ihre Kinder sind/waren: Gemeinschaft, Freude, den persönlichen Glauben zum Thema machen – und ihn in Gemeinschaft zu feiern! – sind die am häufigsten genannten Stichworte.
  • Ich denke an Konfi-Tage in Wörgl, wenn 200 Jugendliche, MitarbeiterInnen und PfarrerInnen einen Jugendgottesdienst feiern, singen, das Abendmahl feiern (alleine beim Gedanken daran bekomme ich Gänsehaut 😊) – ein großes Fest des Glaubens. Unser Leben sei ein Fest …
  • Ich denke an 27 Geheimnisfestkinder, die in der Kirche toben, singen, einer Geschichte lauschen. Die Essen und Trinken miteinander teilen – das ist gelebter, gefeierter Glaube. Es hat mit ihnen zu tun, mit ihrem Leben. Unser Leben sei ein Fest …
  • Ich denke an einen Mitarbeiter, der von sich sagt: Was könnte schöner und ein größeres Fest sein als zu sehen, wie junge Menschen ihren Glauben finden, hinterfragen und im Glauben wachsen. Deswegen ist jede Stunde Mitarbeit ein Feiern meines Glaubens. Auch, wenn einem manchmal nicht nach Feiern zu Mute ist …
  • Und ich, Susanne? Bekennende Christin? Was denke ich persönlich? Ich denke, das Sprichwort „Man soll Feste feiern wie sie fallen“ gilt auch und besonders für meinen Glauben. Oder anders ausgedrückt – im Alltag den Glauben feiern.

Es ist doch interessant: Das Zweifeln am Glauben im Alltag wird viel schneller und öfter zum Thema als das Feiern. Ich feiere meinen Glauben spontan, oftauch leise, mich in mich hinein freuend, wenn ich mit Konfis in einer Kleingruppe ein richtig gutes Gespräch führe. Wenn ich mit Kindern beim Geheimnisfest oder bei der Ferieninsel begeistert singe. Dann denke ich mir: YES. Ich bin zur rechten Zeit am rechten Platz. PARTY! Mein Leben sei ein Fest, mein Glaube bitte auch!

Lustvoller, fröhlicher Glaube – das wünsche ich mir durchaus öfter und mehr. Was kann Ausdruck dessen sein? Nun, Ostersonntag in unserer Kirche in Hallein, Gottesdienst 9:30 Uhr. Alle sitzen mit ernsten Gesichtern still in den Bankreihen. Ich denke jedes Mal: Hey, es ist OSTERN, Leute – He ́s ALIVE! Spätestens beim Lied „Hallelu, Hallelu“ werden aus den ernsten Gesichtern lachende, fröhliche Ostersonntag-Gesichter. „Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich gegürtet mit Freude:“ (Psalm 30,12)

Gutes Schlusswort, oder?