Was bedeutet Solidarität?

[24.09.2022]

Als ich gebeten wurde, in dieser Ausgabe Helga Schinningers „Solidarität konkret“ Rubrik zu übernehmen, war ich zuerst unsicher, ob mir dazu etwas einfällt.

Das Wort Solidarität wurde in den letzten Jahren teilweise ziemlich strapaziert und ist für viele fast schon zum Reizwort geworden.
Wir sollen uns solidarisch zeigen mit der Umwelt, den Kriegsflüchtlingen, den Armen, der LTGBQ Gemeinde, den Suchtkranken und so viel mehr.
Manche überfordert das und manche wiederum beklagen, dass es keine Empathie, kein Mitgefühl und eben keine Solidarität mehr gibt. Die Jungen hätten keine Werte mehr, unsere Gesellschaft verkomme zu einer Ansammlung von egozentrischen Narzissten, die nur an sich und ihren Vorteil denken.
Ja, das kann einem durchaus manchmal so Vorkommen und als Konsequenz daraus kann man in Versuchung kommen, es auch so zu machen…. Aber man kann auch ganz bewusst einmal den anderen Weg wählen. Nachdenken und in sich hineinhorchen: was ist denn für mich Solidarität überhaupt?

Wo hab‘ ich sie zuletzt gespürt und warum?
Es gibt verschiedene Definitionen von Solidarität. Eine davon: Sie ist das unbedingte Zusammenhalten aufgrund gleicher Anschauungen und Ziele. Wie trifft das dann auf die verschiedenen Gruppen zu, denen gegenüber wir solidarisch sein sollen?

Sind meine Anschauungen und Ziele dieselben wie jene der Flüchtlinge, Suchtkranken und Armen?
Auf den ersten Blick vielleicht nicht – wenn man es aber runterbricht auf das Grundsätzliche schon: Wir alle wollen doch letztlich ein gutes Leben für uns und unsere Angehörigen, Frieden, eine gesunde Umwelt, genug zu essen, Sicherheit und Gesundheit.

In der Arbeiterbewegung meint Solidarität das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Eintreten füreinander und die darauf gründende Unterstützung.
Auch hier wieder, reduziert auf die Quintessenz: Wir alle sind Menschen, Kinder Gottes und somit füreinander zuständig, ja sogar verantwortlich dafür, dass wir alles beitragen, was uns möglich ist, damit es den anderen gut geht.

Es gibt auch Definitionen der Solidarität, die Begriffe wie Geistesverwandtschaft, Gerechtigkeit und Kollegialität, sowie ethisch-politische Verbundenheit bemühen …. hier wird es dann schon deutlich schwieriger. Bedeutet das, solidarisch sein hängt davon ab, ob ich die Einstellung des anderen teile?

Ich glaube, die wichtigste Art von Solidarität für uns Christen muss es sein, den anderen als Kind Gottes wahrzunehmen, als Schwester oder Bruder und mich in diesem Kontext verbunden zu fühlen – damit ergibt sich auch ganz selbstverständlich die Haltung, dass man Rücksicht aufeinander nehmen möchte, helfen will, wo es einem eben möglich ist.

Beispiele dafür gibt es zahlreiche. Man muss sich nur einmal vornehmen, darauf zu achten, dann merkt man schnell, dass die Menschlichkeit und Empathie sehr wohl auch in unserem Alltag allgegenwärtig sind. In die Zeitung oder die sozialen Medien schaffen es natürlich eher die Gegenbeispiele. Zum einen, weil sie mehr Aufregung verursachen, zum anderen aber auch, weil Fälle von fehlender Zivilcourage oder Wertelosigkeit eben doch NICHT die Norm sind… Gott sei Dank… sondern der negativ auffallende Ausnahmefall!

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