Neue Wege im Glauben wagen

[10.07.2024]

… die Bibel ist voll von Geschichten, die genau davon erzählen.

Pfarrer Peter Gabriel

Ich denke an Jesus, wie er ganz klar Gott als liebenden und barmherzigen Vater in den Mittelpunkt seines Redens stellt, wie er die Gebote und Regeln seines Volkes Israel neu interpretiert.

Die, die ihm nachfolgen, seine Jüngerinnen und Jünger, machen sich mit ihm auf den Weg, geben ihr bisheriges Leben auf und erleben im Zusammensein mit Jesus eine neue Art der Nähe Gottes.

Doch mit seinem Tod am Kreuz scheint zunächst alles beendet zu sein. Sollen sie in ihr altes Leben zurückkehren? Aber dann begreifen sie: Jesus ist immer noch bei ihnen, wenn auch in anderer Art und Weise – und sie bleiben zusammen in seinem Namen, erzählen Menschen von der Liebe Gottes und nehmen sie durch die Taufe in ihre Gemeinschaft auf.

Die „Anhänger des neuen Weges“ wird diese Gruppe in der Apostelgeschichte genannt, um deutlich zu machen, dass es sich um eine besondere Gruppe innerhalb der jüdischen Glaubensgemeinschaft handelt.

Vielen passt das gar nicht, dass diese Freund*innen Jesu den alten Glauben neu interpretieren und mit ihrer Botschaft Leute begeistern.

Einer von ihnen ist der Pharisäer Saulus, ein sehr frommer Mann, der sich gut in den Heiligen Schriften auskennt. Er fürchtet um den wunderbaren Glauben seiner Väter und Mütter – deshalb möchte er die Anhänger des neuen Weges auf den rechten Weg zurückbringen. Doch Gott geht mit ihm andere Wege…

Vor Damaskus wird Saulus von einem grellen Licht blind gemacht und er hört die Stimme des auferstandenen Jesus. Das verändert sein Leben.

Er begreift, bisher war er blind gewesen, jetzt versteht er die Botschaft Jesu Christi. Sein Glaube verändert sich – er bleibt ein frommer Mensch, für den Gott ganz wichtig im Leben bleibt. Aber ihm ist nun klar geworden: Gott ist in Jesus Mensch geworden und uns auf neue Weise begegnet. Jesu Tod am Kreuz war kein Scheitern, sondern der Sieg über Leid und Tod.

So wird Paulus auch zu einem Anhänger von Jesus Christus und lässt sich taufen.

Ich wünsche mir und uns für die Sommermonate, dass ich Zeit habe, neu über meinen Glauben nachzudenken, mich auf neue Wege zu wagen – sowohl im Urlaub als auch in meinem Christsein. Ja, dass ich immer wieder lerne, auf unseren wunderbaren Gott zu vertrauen!

Euch allen einen gesegneten Sommer!

Euer Pfarrer Peter Gabriel