Sonntagsgruß zum 23. April 2023

[21.04.2023]

Sonntag Miserikordias Domini

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln…“ (Psalm 23,1) – ganz vielen von euch sind diese Worte aus Psalm 23 bekannt und wohl vertraut. Etliche von euch können ihn auswendig weitersprechen und beten.

Immer wieder erlebe ich, wie diese Psalmworte Menschen Kraft geben, sie innerlich anrühren, eine Deutung anbieten für ihr Leben mit Höhen und Tiefen.
Worte aus Psalm 23 sind beliebte Konfirmationssprüche, er wird oft gebetet, wenn ein Mensch im Sterben liegt, oder bei einer Trauerfeier und gelesen und bedacht.
Mir sind 3 Aspekte dieser alten Gebetsworte des Volkes Israel besonders wichtig:

  • Der Beter, die Beterin erinnert sich zuerst an all das Gute und Schöne, dass ihm in seinem Leben widerfahren ist, ja was Gott ihm geschenkt hat. Es ist nicht selbstverständlich, dass es mir gut geht, dass ich Glück erleben darf. Bedenken und Erinnern führen zur Dankbarkeit. Da weiß jemand, dass er letztlich sein Leben Gott verdankt.
  • Der Psalmbeter erinnert sich auch an die schwierigen Momente und dunklen Täler seines Lebens – auch die gehören zum Leben dazu.
    Doch anstatt zu fragen, warum er das erleiden musste, warum Gott ihn davor nicht bewahrt hat, ist er getragen von tiefer Zuversicht: gerade in Leid und Not, in Trauer und Tod war und ist Gott bei ihm, er hat ihn nicht und niemals im Stich gelassen. Im dunklen Tal ist Gott in besonderer Weise da – das zeigt sich am Wechsel der Anrede. Spricht der Beter zuerst vom Herrn, so wandelt sich jetzt die Anrede zum vertrauensvollen Du. Besonders wenn es mir nicht gut geht, ich kaum einen Ausweg aus der Dunkelheit entdecken kann, ist Gott mir ganz nah, stärkt und stützt mich auf Augenhöhe – wie ein vertrauter Freund, wie eine liebevolle Mutter oder ein mitfühlender Vater.
  • Der Beter betrachtet nicht nur die Vergangenheit und das Jetzt, sondern er wirft auch einen Blick voraus in die Zukunft. Ihn trägt die Gewissheit, Gott wird ihn auch weiterhin begleiten und bei ihm sein, ihm Gutes schenken und freundlich-liebevoll für ihn da sein. Das gilt hier auf der Erde, das gilt aber genauso im Sterben und im Tod.

Immer wird er mit Gott verbunden bleiben, auch im Sterben und danach ist Gott der gute Hirte, der sich um mich kümmert und für mich sorgt.

„Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“ ist für mich ein deutliches Osterbekenntnis, getragen von der starken Hoffnung, nichts und niemand kann mich von Gottes Liebe trennen – auch der Tod nicht.

In diesen nachösterlichen Tagen wünsche ich uns allen diese Glaubenszuversicht des Beters von Psalm 23!
Euer Pfarrer Peter Gabriel

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