…da bin ich selbst in ihrer Mitte

[05.04.2023]

„…da bin ich selbst in ihrer Mitte.“ (Matthäus 18, 20)

Die grandiose Osterzeit ist angebrochen – ich freu mich riesig! Neben unseren Gottesdiensten rund um die Osterwoche, mit all den vertrauten Traditionen, sind es insbesondere die familiären Gewohnheiten, die mich jedes Jahr neu zutiefst erfüllen. Vorne weg denke ich an die Suche der Osternester, bei der Erinnerungen an meine eigene Kindheit wach werden: Entdeckergeist, Spannung und Glücksgefühl. Ich schau gern meinen Kindern zu und fiebere mit, bin selbst sofort wieder kindlich-enthusiastisch bei der Sache, wenn mir jemand etwas versteckt…

Etwas finden, von dem ich weiß, dass es ‚gefunden werden will‘, ist eine tolle Sache! Es gilt ‚nur noch‘ am ‚richtigen Ort‘ zu suchen. Unser Herr ist auch so einer, der gefunden werden will. Das ist eine der großartigsten Botschaften der biblischen Ostergeschichten (und nicht zuletzt Hintergrund unserer Suchtradition).

Doch schon die Frauen, die am ersten Tag der neuen Woche nach Jesu Kreuzigung in der Morgendämmerung zu seinem Grab gegangen waren, erlebten – der ‚richtige Ort‘, an dem wir Christus suchen, ist entscheidend. In der offengelegten Grabkammer konnten sie ihn nicht finden. Stattdessen hörten sie die Botschaft zweier Boten: „Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier: Gott hat ihn von den Toten auferweckt! Erinnert euch an das, was er damals in Galiläa zu euch gesagt hat.“ (Lukas 24,5-6)

Ja, nach den Berichten der Evangelisten hatte Jesus das Ostergeschehen vorausgesagt. Er hatte seinen engsten Freundeskreis auf das Wunder-bare vorbereitet: Erneuertes Leben, Erneuerung unseres Lebens ist möglich – Gott macht es möglich. Die Symbolik der Ostereier veranschaulicht diese weitere großartige Oster-Botschaft hervorragend.

Doch zurück zum ‚richtigen Ort‘ unserer Oster-Suche. Matthäus hat uns überliefert, wo sich unser Herr besonders gerne finden lässt: „Wo zwei oder drei Menschen in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte.“ (Matthäus 18,20) Der Evangelist hat im entsprechenden Kapitel Anweisungen Jesu zusammengetragen, die unsere Gemeinschaft als Gläubige betreffen. Demnach ist es besonders kraftvoll, wenn wir uns ‚in seinem Sinne‘ versammeln, um seiner Idee und seinen Gedanken des gelingenden Lebens und Zusammenlebens ‚gemeinsam nachzusinnen‘ und unser Denken und Handeln darauf ausrichten.

In einem solchen Rahmen, wenn auch nicht nur dabei, will Jesus sich besonders gerne finden lassen. Das geht freilich an vielen denkbaren ‚Orten‘ (unsichtbare Kirche). Besonders wahrscheinlich und nach meiner persönlichen Erfahrung verlässlich darf es sich allerdings im Rahmen der sichtbaren Kirche ereignen – in unseren Räumlichkeiten, bei unseren geistlichen Angeboten, in unseren Begegnungen als Kirchenmitglieder, unserem miteinander Beten und Bekennen. DARUM Kirche! Ich wünsche uns allen erfüllendes Oster-Finden.

Pfarrer Jens-Daniel Mauer

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