Dantine: „‚Stolpersteine‘-Schmierereien sind schockierend“

Superintendent ruft dazu auf, wachsam gegen Antisemitismus aufzutreten

„Der Nährboden für den Antisemitismus ist noch lange nicht ausgetrocknet“, erklärt Olivier Dantine, evangelischer Superintendent von Salzburg-Tirol, nach den neuerlichen Schmierattacken gegen ‚Stolpersteine‘ in der Stadt Salzburg. Foto: E.Stosch/pixelio.deSalzburg (epdÖ) – „Die neuerlichen Schmierattacken gegen ‚Stolpersteine‘ in der Stadt Salzburg, die an vertriebene oder ermordete Juden erinnern, sind schockierend. Spätestens jetzt sollte allen klar sein, dass diese antisemitischen Taten keine Einzelfälle sind. Der Nährboden für den Antisemitismus ist noch lange nicht ausgetrocknet“, erklärt Olivier Dantine, evangelischer Superintendent von Salzburg-Tirol, in einer aktuellen Presseaussendung.

Der Hintergrund: In den vergangenen Wochen wurden 31 so genannte Stolpersteine, die an Opfer des nationalsozialistischen Regimes erinnern sollen, in Salzburg beschmiert. Mittlerweile konnte ein Tatverdächtiger festgenommen werden.

„In den Tagen vor dem 75. Jahrestag der Novemberpogrome vom 9. November 1938 gilt es, wachsam zu sein und allen Bestrebungen, das Gedenken an die schrecklichen Ereignisse der Shoah zu stören oder gar zu verhindern, entgegenzutreten. Dazu sind alle gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen aufgerufen“, so Dantine. Gerade auch die Evangelische Kirche sei besonders aufgefordert, gegen Antisemitismus aufzutreten.

„Weil sich die Evangelische Kirche ihrer schuldhaften Vergangenheit stellt, sieht sie sich in der Pflicht, gegen jede Form des Antisemitismus aufzutreten und die Erinnerung an die Leidensgeschichte der Juden stets wachzuhalten. Die Evangelische Kirche sieht sich in dieser Frage in einer besonderen Verantwortung. Allzu spät wurden judenfeindliche Aussagen Martin Luthers in Frage gestellt, judenfeindliche Bibelauslegung hat lange Zeit ihren Platz in der Evangelischen Theologie gehabt.“ Dantine erinnerte an die Tatsache, dass viele evangelische Christen in Salzburg Sympathisanten des Nationalsozialismus waren.

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